Güterverkehr auf der Fuchstalbahn
Die Fuchstalbahn hat seit ihrer Eröffnung im Jahre 1886 eine lange Tradition
als Güter-Bahn. Dieser Funktion verdankt die Strecke heute unter anderem ihre Existenz.
Nicht hoch genug ist damit das Engagement der Augsburger Localbahn und ihrer Teilhaber,
allen voran die Firma UPM-Kymmene (ehemals Haindl Papier),
Augsburg-Schongau, für den Bestand und den Erhalt der Strecke einzuschätzen. Aber auch
weitere Wirtschaftsbetriebe aus der Region Landsberg-Schongau fahren nach wie vor Güter
auf der Schiene, z.B. die Fa. Pröbstl in Asch-Leeder (Sägewerk), oder Cleanaway (ehemals
ROPA) in Kinsau (Altpapierverwertung).
Die Augsburger Localbahn fährt seit 1998 im Auftrag von Railion (ehemals DB Cargo) den
Güterverkehr mit von Adtranz modernisierten Lokomotiven der Baureihe V100 der DR (Foto
unten).
Die Bahngesellschaft transportiert zur Zeit ca. 450 000 t Güter / Jahr auf der Strecke
mit steigender Tendenz. Die Züge werden ständig länger und deshalb sind
infrastrukturelle Maßnahmen an der Signaltechnik, dem Gleiskörper und insbesondere den
technisch ungesicherten Bahnübergängen auch von dieser Seite her sinnvoll.
Imposante Bilder lassen sich einfangen, wenn die Localbahn vor der Alpenkulisse teilweise
in Dreifachtraktion täglich den Anstieg zur Endmoräne vor Kinsau bewältigt. Kritisch
wurde es im Mai 2000 für die Localbahn, als die dringend notwendige Sanierung der
Schongauer Lechbrücke finanziell nicht gesichert schien und eine Streckenstillegung
zwischen Weilheim und Schongau drohte. Durch den Einsatz verschiedener Lokalpolitiker in
Berlin konnte die Sanierung der Brücke aber kurzfristig gesichert werden.
Die nächsten Probleme drangen sich Ende 2004 auf: Die DB Netz AG beabsichtigte, die
Streckeninfrastruktur der Fuchstalbahn zu veräußern, bzw. im Falle, dass sich kein Käufer
findet, die Strecke stillzulegen. Als Konsequenz daraus hätte die AL die Pfaffenwinkelbahn
Schongau - Weilheim befahren müssen, was jedoch ungleich höhere Betriebskosten verursacht
hätte, nicht zuletzt wegen der schwierigeren Streckenverhältnisse. Man hätte also den
Weiterbetrieb des Güterverkehrs nach Schongau komplett in Frage stellen müssen. Zum Glück
kam es nicht soweit, da das bayerische Verkehrsministerium jegliche weitere Schritte
untersagte, die den Schienengüterverkehr nach Schongau gefährden.
Zum 1. April 2005 wurde von der DB der Augsburger Rangierbahnhof geschlossen, wo bisher
die von der AL gebrachten Wagen auf Railion-Züge verteilt wurden. Aus diesem Grund erfolgt
die Übergabe der Wagen nun in Kaufering. Railion stellt mit eigenen Güterzügen eine
Verbindung zwischen Kaufering und dem Rangierbahnhof München Nord her. Davon ausgenommen
ist natürlich der UPM-interne Zwischenwerksverkehr Augsburg - Schongau.
Seit April 2007 ist auf der Fuchstalbahn öfter eine Lok 2143 (ex ÖBB) der Staudenbahn
mit Holzganzzügen nach Asch-Leeder anzutreffen. Diese Züge wenden meistens schon in
Kinsau und befahren somit nur ein Teilstück der Fuchstalbahn.

Lok Nr. 42 der AL in Schongau

Lok 2143 006 der Staudenbahn bei Asch-Leeder
Weitere Fotos siehe Bildergalerie.
Die Homepage der Augsburger Localbahn: http://www.augsburger-localbahn.de.
Güterzugfahrzeiten gibt es unter "Güterzug" auf der Seite http://www.kbs970.de.
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